Geschichte

Nach dem 2. Weltkrieg gründeten katholische Vertriebene und Flüchtlinge das St. Hedwigs-Werk der Erzdiözese Paderborn e.V. und die dazu gehörige Heimvolkshochschule St. Hedwigs-Haus, die durch Kauf einer veralteten, ausgedienten Gaststätte in Oerlinghausen ein Zuhause fand. Nach intensiven Umbauarbeiten konnte das Haus am 11. April 1955 durch den damaligen Weihbischof von Paderborn, Dr. Franz Hengsbach, eingeweiht werden. 1956 wurde die Heimvolkshochschule durch den Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen als Weiterbildungseinrichtung mit Internatsbetrieb anerkannt.


Vorbild christlicher Nächstenliebe

Die heilige Hedwig ist Namensgeberin und Schutzpatronin des St. Hedwigs-Hauses. Geboren 1174 in Andechs am Ammersee in Bayern und erzogen im Kloster der Benediktinerinnen von Kitzingen wurde sie 1186 mit Heinrich I. Herzog von Schlesien verheiratet. Die beiden förderten die Vertiefung des christlichen Glaubens und die kulturelle Entwicklung in Schlesien. Gestorben ist sie 1243 im Kloster Trebnitz in Schlesien. Hedwig gilt als Vorbild christlicher Nächstenliebe.

Bis in die siebziger Jahre lag der Schwerpunkt der Arbeit der Heimvolkshochschule in der Unterstützung der Flüchtlinge, Heimatvertriebenen und Spätaussiedler aus den Ländern Mitteleuropas, insbesondere aus Polen/Oberschlesien und Rumänien. Seit Ende der achtziger Jahre, als die Migrationsbewegungen sich veränderten und im großen Umfang Aussiedler bzw. Neubürgerinnen und Neubürger aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion kamen, veränderte sich der Schwerpunkt unserer Arbeit und konzentrierte sich auf die Gruppe der Russlanddeutschen und andere russischsprachige Migrantinnen und Migranten.

Die Bildungs- und Begegnungsarbeit in Oerlinghausen hat zur Versöhnung und zur Entwicklung von guten Beziehungen zu anderen Ländern, wie z.B. Polen, beigetragen.

 


Internationale Begegnung und Verständigung

Seit 2001 beteiligt sich das St. Hedwigs-Haus an Projekten mit Partnern aus verschiedenen europäischen Ländern und leistet damit einen Beitrag zur internationalen Begegnung und Verständigung. Diese so wichtige Arbeit des Hauses lobte der damalige Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, bei seinem Besuch in Oerlinghausen im Jahr 2012.

Ende 2014 musste das bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern so beliebte Haus an der Hermannstraße wegen notwendiger, umfangreicher Sanierungsarbeiten vorläufig stillgelegt werden. Die Heimvolkshochschule führt seitdem den Betrieb als „Wanderakademie“ in verschiedenen Häusern in Oerlinghausen und Umgebung durch.