Meinung – Mitsprache – Mitwirkung. Deutsche aus Russland in der öffentlichen Wahrnehmung

Mediale Darstellungen der Deutschen aus Russland sind häufig durch unhinterfragte Pauschalisierungen und Stereotypisierungen, geprägt. Zugleich nehmen aber auch populistische Plattformen Einfluss auf die Meinungsbildung der Deutschen aus Russland und dortige Botschaften werden nicht selten unkritisch aufgenommen. Diese vielschichtige Ausgangslage zeigt den Bedarf an einer vertieften Auseinandersetzung zu Deutschen aus Russland im Kontext von Medienrezeption und Mediennutzung.

In den Jahren 2017 und 2018 wurde das übergreifende Thema „Deutsche aus Russland“ durch die Bundeszentrale für politische Bildung aufgegriffen und im Rahmen von zwei Konferenzen diskutiert und intensiv bearbeitet (2017 mit dem Titel „Aussiedlung, Beheimatung, Politische Teilhabe“ sowie 2018 mit dem Titel „Perzeption, Partizipation, Politische Bildung“). Das umfassende Dossier „Russlanddeutsche“ der Bundeszentrale unterstreicht dieses wichtige Themenfeld und macht den Informationsbedarf – auch im Rahmen von politischer Bildung – deutlich. An den seinerzeit gewonnen Erkenntnissen und Diskussionen schließt dieses Projekt an und entwickelt den Diskurs im Feld Medienrezeption und Mediennutzung weiter.

 

Symposium in Fulda (13.-15. Juni 2022)

Das Symposium in Fulda bildet ein Kernbestandteil des Projekts. Im Zentrum von intensiven Podiumsdiskussionen und Vorträgen, fachlichen Impulsen und praxisbezogenen Workshops standen mediale Darstellungen und Wahrnehmungen Deutscher aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion ebenso wie deren Meinungen und Anliegen. Von Seiten der Politik waren die jüngst berufene Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Natalie Pawlik, die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler in Hessen, Margarete Ziegler-Raschdorf, sowie der Beauftragte der Landesregierung für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern in NRW, Heiko Hendriks, vertreten und bereicherten den Austausch. Deutlich wurde, dass sich die heterogene und vielschichtige Zusammensetzung der Gruppe Deutscher aus Russland auch in ihren Themen widerspiegelt.

Neben der Identifizierung von Bedarfen für eine differenziertere Informations- und Geschichtsvermittlung wie die Weiterentwicklung migrationssensibler Angebote der politischen Bildung zeigte sich auch, dass Erfahrungen, Biografien und Anliegen von Menschen aus dem postsowjetischen Raum generell häufig noch zu wenig Beachtung finden und ihre Stimmen nicht selten ungehört bleiben. Ebenso wurde deutlich, dass das mediale Bild Deutscher aus Russland nach wie vor von Verallgemeinerungen, Vorurteilen und Stereotypisierungen geprägt ist.

So besteht auch weiterhin Bedarf an Austausch und Begegnung, an Gesprächen und persönlichem Miteinander nicht nur in der Gruppe der Deutschen aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion selbst, sondern auch mit und in der Gesamtgesellschaft.

Gerahmt wurde das Symposium durch zwei kulturelle Abendveranstaltungen, an denen u.a. Dr. Lilli Gebhard und Elina Penner aus ihren Werken vorlasen.

Das Programm für unser Symposium finden Sie hier.

 

Berichterstattungen über das Symposium in der Presse

 

Impulspapier

Im Nachgang an das Symposium „Meinung – Mitsprache – Mitwirkung. Deutsche aus Russland in der öffentlichen Wahrnehmung“ wurde ein Impulspapier erarbeitet. Darin wird der zwischen den am Symposium anwesenden Expert*innen entstandene, praxisorientierte Austausch resümierend in den Blick genommen und Handlungsbedarfe vorgestellt. Das Impulspapier bündelt zentrale Programmbeiträge und Diskussionspunkte des Symposiums, um diese in Empfehlungen für eine zukunftsgerichtete Stärkung russlanddeutschen Engagements, Teilhabe und Sichtbarkeit in Medien und Gesellschaft zu überführen.

 

Ziele des Projektes

  • Initiierung eines fachlichen Diskurses zur medialen Darstellung der Deutschen aus Russland.
  • Auseinandersetzung mit verschiedenen Kommunikationssystemen (Politik, Kultur, Wissenschaft und Medien) und der Frage, wie Russlanddeutsche dort repräsentiert werden.
  • Kritische Reflexion über den Umgang von Deutschen aus Russland mit den unterschiedlichen Medien.
  • Entwicklung eines Schulungskonzepts für die politische Bildungsarbeit mit dem Fokus Empowerment und Stärkung von Medienkompetenzen.

 

Module des Projektes

Das Projekt besteht aus insgesamt 3 Modulen:

  1. Workshop: Der vorbereitende Workshop bringt zunächst Expert*innen aus den Bereichen Wissenschaft, Kultur, Politik und Journalismus/Medien zusammen. Sie bereiten das bundesweite Symposium gemeinsam vor und denken zugleich die geplante Schulungsreihe mit.
  2. Symposium: Im Symposium diskutieren Expert*innen und weitere bundesweite Akteur*innen das Thema umfassend und zeigen Handlungsbedarfe auf. Dabei kommen Workshop und Symposium eine bedeutende Transferfunktion zu: sie bündeln Wissen und stellen die Basis für das zu erarbeitende Bildungsangebot dar. Das Symposium ist als dreitägige Veranstaltung für 13. -15. Juni 2022 an der Katholischen Akademie Fulda im Bonifatiushaus geplant.
  3. Bildungsangebot: Die Ergebnisse aus Workshop und Symposium werden für die praktische Arbeit der politischen Bildung nutzbar gemacht, indem ein übertragbares Seminarkonzept zu „Medienkompetenz“ entwickelt und als Pilot im Rahmen des Projektes umgesetzt wird.

 

Kooperationspartner

 

Weitere Partner

 

Projektlaufzeit

Oktober 2021 - Dezember 2022

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansprechpartner*innen im St.Hedwigs-Haus sind Katharina Heilmann und Karsten Pieper.